Der Ortasee
Cusius - so wurde der Ortasee in der Vergangenheit genannt – ist der westlichste der großen Voralpenseen Norditaliens. Er befindet sich auf 290 m über dem Meeresspiegel in einem engen und länglichem Becken, das im Osten von den Bergen des Mottarone (1491 m) geschlossen wird und ihn vom Lago Maggiore trennt. Im Westen wird er durch eine nicht sehr hohe Bergkette vom Valsesia-Tal getrennt.
Mit einer Länge von 13 und einer Breite von 2,5 km ist er unter den Voralpenseen einer der kleinsten; er erreicht eine Tiefe von 143 m vor Oira. Er wird von unterirdischen Quellen und von zahlreichen, aber kurzen Flussläufen gespeist. Einige davon sind: der Pescone, der Bagnella, der Qualba, der Pellino, der Plesna und der Lagna. Eine kuriose Besonderheit hat sein Ausfluss der Nigoglia, der im Gegensatz zu allen anderen Voralpenseen nicht im Süden, sondern im Norden bei Omegna ausfließt.
Der Ortasee entstand durch Taleis. Sein Becken wurde während der extensiven Vergletscherung im Quartär des stattlichen Gletschers des Ossola-Tals gebildet, der sich zur damaligen Zeit bis zu jener Zone erstreckte, wo heute Gozzano liegt. Die Gegenwart des Menschen in diesem antiken Reisanbaugebiet wird durch Grabfunde aus der Eisenzeit (Lortallo) bezeugt. Genannt werden müssen die Kelten, die sich im Gebiet des Ortasees ansiedelten.
Zu den ersten Völkern, die sich im Gebiet des Ortasees ansiedelten, gehören die Osker und die Ligurer, zu denen dann im 5. Jahrhundert v. Chr. noch die Kelten hinzukamen. Der Beginn des Christentums ist mit den Namen und dem Werk der Heiligen Julia und Julian verbunden. Diese griechischen Missionäre kamen im 4. Jahrhundert in dieses Gebiet. Während des Mittelalters setzte im Seengebiet die Herrschaft der Bischöfe von Novara ein, die bis zum 18. Jahrhundert währte. Die ruhigen Gewässer, die bewaldeten Hänge und die charakteristischen, geschichtsträchtigen Dörfer, die sich längs des Ufers erheben, schaffen eine romantische und ruhige Atmosphäre.